Der Bleu d'Auvergne

Bleu d'Auvergne

Der Bleu d'Auvergne ist ein Blauschimmelkäse aus roher oder pasteurisierter Kuhmilch. Er wird sowohl auf Bauernhöfen (production artisanale) wie in Molkereien produziert. Die Herstellung und Reifung findet hauptsächlich in den Departementen Cantal und Puy-de-Dôme statt; es handelt sich dabei um rund 600 Gemeinden, in welchen der Käse produziert werden darf; die Kühe müssen auf Weiden grasen, die auf mindestens 500 m ü.M. liegen

Der Bleu d'Auvergne erhielt 1975 das Label der kontrollierten Herkunft; seit 1996 ist er ein AOC-Käse. Er wird nicht nur in ganz Frankreich verkauft, sondern nach Europa exportiert: man findet ihn in Spanien, in Zentraleuropa und in Russland – er wird sogar in New Yorker Käseläden verkauft.

Wie die Fourme d'Ambert wird der Bleu d'Auvergne auch mit dem Roquefort-Penicillin-Pilz ‹geimpft› und später eingestochen, damit der Pilz genügend Sauerstoff für seine Entwicklung erhält. Ein wichtiger Vorgang beim Bleu d'Auvergne ist das Salzen, das bis heute manuell durchgeführt und noch durch keinen Roboter ersetzt werden konnte. Das gibt ihm einen stärkeren, pikanteren Geschmack als derjenige der Fourme d'Ambert.

Wichtig beim Bleu d'Auvergne ist das manuelle Salzen

Was die Geschichte des Bleu d'Auvergne betrifft, gibt es mehrere Versionen:

Zum einen soll er eine Abwandlung des ‹Bleu de Laqueuille› sein, der schon länger von den Bauern hergestellt wurde. Zum andern heisst es, der Käse sei in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch einen auvergnatischen Bauern im Osten von Clermont-Ferrand per Zufall entdeckt worden, als er Käsebruch auf sein Roggenbrot legte und mit einer Stricknadel durchstochen hatte. Eine weitere Version erzählt, der Käse stamme aus dem 19. Jahrhundert und wurde auf den Höhen der Vulkanmassive produziert. Sein Ruf habe sich rasch bis nach Paris verbreitet, wo der Sänger Francisque Bathol 1879 sein Loblied gesungen habe.

Die Laibe des Bleu d'Auvergne haben eine zylindrische Form mit einem Durchmesser von 18 bis 20 cm. Sie sind 19 bis 23 cm hoch und wiegen zwei bis drei Kilogramm. Die Käselaibe reifen für mindestens vier Wochen in Kellern mit konstanter Temperatur und Feuchtigkeit. Es braucht 20 bis 25 Liter Milch, um einen Laib Käse herzustellen.

Der Bleu d'Auvergne wird mindestens vier Wochen gelagert

In Riom-ès-Montagnes findet jedes Jahr am dritten Wochenende im August ‹La Fête du Bleu d'Auvergne› statt. Während zwei Tagen kann man bei der Produktion des Käses zusehen, verschiedene Sorten probieren oder Kochkurse absolvieren, wo man lernt, wie man den Käse in der Küche einsetzen kann. Dazu kommen über 100 Anbieter von Produkten aus der Gegend; Würste, Linsen, Honig, Enzianliköre, Glacés und vieles mehr können probiert und gekauft werden.