Detailprogramm unserer Käsereise in die Auvergne
Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Auvergne um eine Region handelt, die noch sehr von der Landwirtschaft geprägt ist. Die Bevölkerungsdichte ist – vor allem in Departement Cantal – sehr niedrig; es gibt wenig grössere Städte, und viele Orte liegen auf über 1000 m. Der Tourismus ist (zum Glück) noch nicht so entwickelt wie in anderen Gebieten, die Strassen sind gut, aber oft schmal und kurvig. Die Ernährung ähnelt häufig derjenigen unserer Berggebiete: es gibt Käse und Kartoffeln, Schinken und Speck. Natürlich bekommen Sie überall auch vegetarische Gerichte, als VeganerIn dürften Sie jedoch Probleme haben (was ja schon mit dem Käse beginnt). Bei den Hotels handelt es sich um individuelle, einfache, inhabergeführte Etablissements. Wir haben alle persönlich getestet; sie sind sehr sauber, ruhig und liegen ideal. Es handelt sich um 3-Sterne-Hotels; bitte erwarten Sie (mit einer Ausnahme) keine schicken Pools, Spas, Massage- oder Kosmetik-Angebote!
Weitere Informationen zu den Hotels finden Sie hier.
Und wie schon im Einleitungstext geschrieben: Sie sollten gut zu Fuss sein, sodass Sie problemlos in den Bus steigen, ein paar hundert Meter (bergauf) gehen und Treppen steigen können.
Bitte denken Sie auch daran, ein bisschen Bargeld in Euro dabei zu haben; auf kleinen Märkten kann es sein, dass Kreditkarten nicht akzeptiert werden.
Und haben Sie bitte Verständnis, dass Haustiere nicht an dieser Reise teilnehmen können; wir besuchen viele Institutionen, die strengen Hygiene-Regeln unterworfen sind; da sind Hunde nicht erlaubt.
Doch nun zu den Details unserer Käsereise:
Tag 1
Mittwoch, 2. September 2026
Um 8.00 Uhr steigen wir in Basel an der Meret Oppenheim-Strasse / am Badischen Bahnhof in unseren bequemen Reisebus und fahren los, Richtung Issoire. Unterwegs essen wir in Villefranche-sur-Saône – ob Sie nur ein Sandwich oder ein komplettes Mittagessen einnehmen möchten, steht Ihnen frei. Nach dem Essen geht es nach Issoire, wo wir gegen 18.30 die Zimmer im Hotel ‹Le Pariou› beziehen. Dann essen wir gemeinsam im Hotel – so können wir uns kennenlernen und austauschen.
[Bild: Reception und Lobby Le Pariou]
Tag 2
Donnerstag, 3. September 2026
Nach einem reichhaltigen Frühstück fahren wir um 8.30 Uhr rund sechzig Kilometer nach Ambert. Bis zum Mittag schlendern wir über den speziellen Markt, der sich um die käseförmige Stadtverwaltung von Ambert gruppiert. Das Mittagessen nehmen wir je nach Präferenz individuell in einem Restaurant oder einem Café ein; wir treffen uns um 14.00 Uhr im Musée de la Fourme, wo wir die Geschichte und Herstellung des ‹Fourme d'Ambert›-Käse kennen lernen und ihn auch gleich degustieren werden. Am Ende des Nachmittags bringt uns der Bus zurück nach Issoire.
Wir empfehlen Ihnen den Besuch der ‹Abbatiale d'Austremoine› in Issoire. Mit ihren siebenjochigen Schiffen und den fünf kranzförmig angeordneten Chorkapellen gehört die Kirche zu den fünf Hauptkirchen der Auvergne und ist die grösste romanische Kirche dieser Region. Das Kircheninnere ist vollständig bemalt.
[Bilder: Stadtverwaltung von Ambert / Musée de la Fourme]
Tag 3
Freitag, 4. September 2026
Heute geht es nach Clermont-Ferrand, der Hauptstadt der Auvergne. Wir besuchen die ‹Aventure Michelin›; eine Ausstellung, die viel mehr ist als ein Museum. Bitte nehmen Sie dazu Kopfhörer für das Handy mit, denn wir laden die Michelin-App herunter, die uns viele zusätzliche Informationen gibt. Wir erleben die Geschichte des Michelin-Pneus, die Entstehung des ‹Bibendum›, des berühmten Michelin-Männleins, erfahre, wie Michelin das ganze Strassennetz Frankreichs beeinflusst hat und vieles mehr. Nach der Ausstellung stehen rund eineinhalb Stunden für das Mittagessen (individuell) zur Verfügung, dann lernen wir auf einer deutschen Führung die Altstadt von Clermont-Ferrand kennen.
Um 15.00 Uhr fahren wir zu einem Winzer, wo wir bei einer Degustation die Eigenheiten der Reben, die auf Lava-Boden gedeihen, kennenlernen. Natürlich gibt es ein Stück Käse dazu...
Nach der Rückreise steht es jedem frei, noch eine Kleinigkeit zu essen oder bei einem Spaziergang den Tag ausklingen zu lassen.
[Bild: Das Michelin-Männchen ‹Bibendum›]
Tag 4
Samstag, 5. September 2026
Wir fahren nach Souvain in die Fromagerie Hautes Chaumes, wo wir selbst einen Käse herstellen werden; mit traditionellen Gerätschaften, natürlich. Bei einem gemeinsamen Fondue-Mittagessen können wir unsere Erfahrungen als Käserinnen oder Käser austauschen; am Nachmittag besuchen wir das ‹Musée de la Fourme et des Traditions› und lernen die Geschichte der Fourme d'Ambert und Fourme de Montbrison kennen.
Auf der Rückreise machen wir einen kurzen Halt auf dem ‹Col du Béal›, der mit seinen 1'387 m nicht nur einen schönen Ausblick über die Landschaft ermöglicht, sondern die Grenze zwischen den Departements Loire und Puy de Dôme bildet. Bei klarem Wetter sieht man den Puy de Dôme, die Gipfel des Cantal und mit etwas Glück sogar die Berge des Beaujolais, den Mont Blanc und die Alpen. Der Col du Béal gehört zur Gratlinie der Forez-Berge und ist ein beliebtes Ziel von Velofahrern und Wanderern.
[Bilder: Die Gerätschaften zur Käseproduktion erwarten uns – und die Degustation]
Tag 5
Sonntag, 6. September 2026
Heute besuchen wir einen Ort, von dem die wenigsten schon einmal gehört, geschweige denn gesehen haben dürften: Die Fontaintes Pétrifiantes in Saint-Nectaire. Dabei handelt es sich um eine absolute Kuriosität: Seit 1821 werden hier heisse Quellen zu einer Produktionsstätte geleitet, wo Objekte aus dem im Wasser enthaltenen Kalk hergestellt werden. Auf einem Rundgang können wir die einzelnen Stationen der Produktion entdecken. Bei einem gemeinsamen Mittagessen in einem Restaurant in Murol können wir unsere Eindrücke austauschen. Am Nachmittag fahren wir nach Saint-Nectaire le Haut und besuchen eine weitere der fünf Hauptkirchen der Auvergne, die eindrückliche ‹Notre Dame du Cornadore›; ihr Inneres ist in bemerkenswert gutem Zustand, vor allem die farbig bemalten Kapitelle sind wunderschön. Im Untergeschoss befinden sich die Büste des Heiligen Baudime aus vergoldetem Kupfer mit den Reliquien von Saint-Nectaire und eine thronende Madonna. Gegen 16.30 fahren wir nach Issoire zurück, wo wir im Hotelrestaurant gemeinsam essen.
[Bild: die ‹Leiter›, auf welcher in den Fontaines Pétrifiantes Objekte hergestellt werden]
Tag 6
Montag, 7. September 2026
Zu Beginn der neuen Woche verlassen wir unser Hotel in Issoire und fahren zum Bauernhof ‹GAEC de l'Oiseau›, wo wir nicht nur die Tiere besuchen, sondern zusehen können, wie nach dem Melken der Kühe gleich der Saint-Nectaire-Käse hergestellt wird. Natürlich können wir den Käse auch gleich degustieren!
Für das Mittagessen fahren wir nach Besse, ein schmuckes mittelalterliches Städtchen, welches das Label ‹Petites Cités de Caractère› trägt und in dem sich acht Gebäude befinden, die alle zu den geschützten Bauwerken Frankreichs gehören. Besse liegt auf 1050 m und ist im Winter ein beliebter Skiort; die Station Super-Besse ist bei den Franzosen ein äusserst beliebter Ort und dank seiner Lage auf 1350 bis 1850 m relativ schneesicher.
Nach einem Verdauungsspaziergang fahren wir zur ‹Ruche Auvergnate› und lernen einiges über die Herstellung von Honig, Honigbonbons und anderen süssen Leckereien. Eine Degustation gibt uns einen Eindruck in die Geschmacksaromen von Lindenblüten-, Akazien-, Kastanien-, Sonnenblumen- und anderen Honigsorten.
Danach fahren wir nach La Bourboule ins Hotel Regina; der Abend steht zur freien Verfügung.
[Bilder: die Ferkel haben es gut, im Gaec de l'Oiseau / alles ist bereits für die Käseproduktion]
Tag 7
Dienstag, 8. September 2026
Wir fahren nach Orcival und besuchen die Schokoladenmanufaktur Juilhard – inklusive Degustation natürlich! Dann besichtigen wir die berühmte Basilika Notre Dame d'Orcival. Sie ist ein Meisterwerk von schlichter Einfachheit und gewaltiger Grösse, aus Vulkangestein erbaut und mit Schieferplatten gedeckt. Seit 900 Jahren wird hier die Thronende Madonna verehrt; sie ist die einzige, deren goldschmiedener Schmuck und Silber und Rotgold noch im Original erhalten ist. Unterdessen haben wir wieder Hunger und besuchen das Restaurant ‹Buron du Col Croix Morand› und geniessen dort die bekannteste Spezialität der Auvergne, die Truffade.
Anschliessend geht es nach Mont Dore, wo wir in den beeindruckenden Thermen eine Führung durch die verschiedenen architektonischen Höhepunkte in Sachen Jugendstil und Mosaik erhalten werden. Wir erleben zudem die unterschiedlichen Wasserqualitäten der bekannten Quellen, die noch heute rege genutzt werden.
Nach der Rückreise ins Hotel Regina in La Bourboule verbringen wir den Abend nach freier Wahl – vermutlich haben wir keinen Hunger mehr...
[Bild: die Thermen von Mont-Dore]
Tag 8
Mittwoch, 9. September 2026
Heute haben wir eine ganz spezielle Besichtigung vor uns: Wir haben die seltene Gelegenheit, eine grosse Molkerei zu besichtigen. Dazu legen wir Schutzkleidung an, verabschieden uns von Schmuck, Uhren und anderem und dürfen intensiv am ganzen Geschehen teilnehmen. Wir müssen dabei allerdings achten, niemandem in die Quere zu kommen, denn um uns herum werden die zahlreichen Käsesorten ‹La Mémée› hergestellt, die wir auf dem ganzen Produktionsprozess bis zur Verpackungsstation begleiten dürfen.
Das Mittagessen geniessen wir im ‹Restaurant de la Poste›, wo Mme la Cheffe uns mit einem Tagesmenu (Vorspeise, Hauptgang und Dessert) verwöhnen wird – alles ist aus frischen Zutaten mit viel Liebe zubereitet.
Nach der Rückreise haben wir Gelegenheit, die vielen Eindrücke bei einem Spaziergang entlang der Dordogne durch La Bourboule zu verarbeiten und die schönen Bauten des Städtchens zu bewundern.
[Bilder: die Molkerei La Mémée und La Bourboule mit der Dordogne]
Tag 9
Donnerstag, 10. September 2026
Für einmal steht nicht Käse, sondern der Enzian im Mittelpunkt. Aus diesem wird nämlich im Ort Riom-ès-Montagnes ein bekannter Apéritif hergestellt. Wie das funktioniert, erfahren wir beim Besuch der ‹Espace Avèze›. Nach dem Mittagessen (individuell) in Riom treffen wir uns (pünktlich!) zur Abfahrt des Gentiane-Express. Der nostalgische Zug bringt uns nach Lugarde, auf die Hochebene des Cézaillers, auf 1061 m Höhe. Auf der Fahrt überqueren wir drei sensationelle Viadukte und fahren durch zwei Tunnels – einer macht sozusagen eine U-Turn-Kurve. Unterwegs haben wir Gelegenheit, auszusteigen und Fotos zu schiessen, ja sogar ein kleiner Spaziergang auf einem der Viadukte ist vorgesehen. Die ganze Reise dauert rund zweieinhalb Stunden.
Danach fahren wir ins historische Städtchen Murat, wo wir gemeinsam zu Nacht essen und vielleicht eines der berühmten ‹Cornets de Murat› probieren, bevor uns der Chauffeur ins Best Western Hotel ‹Bordeaux› in Aurillac bringt, wo wir unsere Zimmer beziehen.
[Bilder: der Gentiane-Express, Fassadendetail eines Hauses in Murat]
Tag 10
Freitag, 11. September 2026
Den heutigen Tag verbringen wir in der Hauptstadt des Departements Cantal, in Aurillac. Zuerst besuchen wir den Käsemarkt, ein Gebäude, welches 1890 erbaut und 1929/1936 erweitert wurde. Darin fand praktisch der ganze Käsehandel der südlichen Auvergne statt. Bei der Käsehalle von Aurillac handelt es sich um das letzte Gebäude dieser Art in ganz Europa. Die Käsehandels-Familie Morin verkauft noch heute dort Käse und hat sich enorm für den Erhalt des historischen Bauwerks eingesetzt.
Auf einer kleinen Stadtführung lernen wir Aurillac ein wenig besser kennen – die Altstadt weist viele kleine Fachgeschäfte auf und lädt zum Bummeln ein. Das anschliessende Mittagessen und der Nachmittag stehen zur freien Verfügung.
Abends fahren wir nach Vitrac in das Restaurant ‹La Tomette›, wo wir bei schönem Wetter den Aussenpool nutzen können und anschliessend kulinarisch auf das Feinste verwöhnt werden. (Eigentlich hätte das Restaurant einen Stern oder zumindest eine Kochmütze verdient, doch es handelt sich um einen Geheimtipp, also psst...)
[Bilder: Käsemarkt-Halle in Aurillac, Garten des Hotel/Restaurants Tomette]
Tag 11
Samstag, 12. September 2026
Heute fahren wir nach Salers und besichtigen zwei ‹Burons›, in denen früher die Bauern während der Sommermonate täglich Käse herstellten. Wir lernen den Salers-Käse kennen, die Salers-Kühe und schliesslich das Städtchen Salers. Und den Enzian-Schnaps Gentiane. Danach essen wir zuerst die typische Spezialität der Gegend, die Truffade (die nichts mit Trüffel, aber viel mit Käse und Kartoffeln zu tun hat).
Salers ist ein Städtchen, das einen mit seinen Türmchen, Mauern und Befestigungen ins Mittelalter zurückbringt. Auf einer kurzen Führung lernen wir ein paar eindrucksvolle Gebäude kennen.
Ebenso eindrucksvoll ist die Felsenkapelle ‹Notre Dame de Fontanges›, die wir auf der Weiterfahrt besichtigen; sie wurde aus einem Felsen gehauen!
Schliesslich geht es zur Brasserie 360, wo wir bei einem Wurst- und Käseplättchen die verschiedenen Biersorten und Mineralwasser-Aromen kennenlernen, die dort mit frischem Quellwasser produziert werden.
[Bilder: Buron in Salers, Felsenkapelle in Fontanges]
Tag 12
Sonntag, 13. September 2026
Die Gestaltung des heutigen Tags hängt stark vom Wetter ab. Bei Sonnenschein fahren wir auf den Puy Mary, den bekanntesten Aussichtspunkt der Vulkanketten im Cantal. Wer es mag, kann die 239 steilen, unregelmässigen Stufen bis hinauf zum Gipfelkreuz erklimmen und sich dann den ‹Nichtkletterern› anschliessen, die ein Stück Heidelbeerwähe geniessen. Die Aussicht ist bereits vom Restaurant aus absolut fantastisch!
Bei schlechtem Wetter geht es in die zweitgrösste Stadt des Cantals, Saint-Flour, die zum Bummeln (und Mittagessen) einlädt. Sie liegt auf zwei Ebenen und hatte als Sitz des Bischofs von Saint-Flour im Mittelalter grosse Bedeutung.
Anfangs Nachmittag fahren wir weiter Richtung Norden, nach Vichy, wo wir im Hotel DeGrignan zum letzten Mal unsere Zimmer beziehen und anschliessend den Abend mit einem letzten gemeinsamen Nachtessen beenden.
[Bilder: Aussicht vom Puy Mary / Saint Flour, Luftansicht]
Tag 13
Montag, 14. September 2026
Langsam geht es zurück nach Basel. Am Vormittag haben wir noch Zeit, die Kurstadt Vichy zu besichtigen. Mit einem Touristenzüglein fahren wir durch die Quartiere und bewundern die noblen Jugendstil-Bauten; danach werfen wir noch einen Blick in die Halle mit den verschiedenen Heilquellen und flanieren durch die gedeckte Spazierpromenade.
Nach dem Mittagessen (individuell) geht es zurück nach Basel, wo wir gegen 20.00 Uhr eintreffen sollten.
[Bild: das bekannte Vichy-Bonbon, das mit dem Wasser der Heilquellen produziert wird]